Unterkapitel 10

Unterkapitel 10

Als ich zu Hause war rief ich erst mal im Krankenhaus an, was bei der Darmspiegelung herausgekommen sei. Eine Schwester sagte mir, dass die Darmspiegelung nicht geklappt hatte, weil der Darm noch nicht sauber war und sie nun weiter Abführmittel trinken muss. Morgen soll alles wiederholt werden.

Ich kriege fast die Krise! Sie hat eine bekannte Eisenmangelanämie, wenn sie nur mal alle früheren Berichte lesen würden, dann könnten sie Muddi diese Tortur ersparen!!!

Wir wissen ja, wie sie vorher war, ohne den linken hängenden Mundwinkel, ohne den linken Arm, den sie nicht mehr benutzt. Sie hatte sicher einen leichten Schlaganfall und man sollte sich doch lieber darum kümmern! Auf einen leichten Schlaganfall folgen oft noch einige und auch schwere Schlaganfälle!

Die Schwester, mit der ich telefoniere, sagt, sie könne da nichts machen, Anordnung ist eben Anordnung…

Edda und ich rufen nun Mittwoch und Donnerstag abwechselnd im Krankenhaus und bei Vaddi an.

Am Donnerstag, 27.1.2011 hatte Muddi im Krankenhaus einen schweren Schlaganfall!!!

Man hatte bei Edda angerufen, um uns diese Botschaft zu machen. Jetzt kommt sie sofort auf die neurologische Intensivstation! Gott sei Dank! Vaddi macht sich sehr große Sorgen um Muddi. Er weint viel, auch am Telefon. Er hat große Angst um sie!

Am Wochenende fahren meine Neffen Max und Jörn ohne ihre Frauen und Kinder zu ihren Großeltern. Jörn hat unterwegs eine Autopanne. Sie besuchen Muddi im Krankenhaus und schlafen im Camper von Jörn vor dem Haus. Es geht Muddi überhaupt nicht gut!

Max fährt sonntags mit dem Zug nach Hause, Jörn bekommt am Montag sein Auto notdürftig repariert und fährt, bevor er nach Hause fährt, bei Muddi im Krankenhaus vorbei. Es geht ihr etwas besser. Vaddi kann etwas aufatmen. Jörn berichtete uns später, dass er nun alle Militärgeschichten von Vaddi kennt. Die tollen Geschichten von seiner Militärzeit. Die Geschichten, die er immer wieder gerne erzählte. Ich kenne sie. Alle kenne ich sie.

Muddi und Vaddi können eigentlich gar nicht mehr allein wohnen bleiben, der Gedanke wird nun immer stärker. Wir hatten in den letzten Jahren auch oft einmal mit ihnen darüber gesprochen und hatten bei uns in der Nähe auch nach etwas gesucht. Das letzte Objekt war toll, eine Unterwohnung im 2- Familienhaus, großer Garten mit Teich, da hätten sie auch ihre Goldfische und Frösche mitnehmen können. Den Garten wollten wir pflegen, hatten wir versprochen, sie brauchten ihn einfach nur genießen. Doch einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung sagten sie ab. „Wir wollen nicht!“ Wir mussten alles wieder absagen.

Dann gab es noch ein tolles 1 Familienhaus in unserem Ort. Da könnten wir mit den beiden zusammen wohnen. Um das wirklich zu realisieren, hätten Claus und ich nach oben in die kleinere Wohnung ziehen müssen, damit sich unten Muddi und Vaddi ebenerdig in 100 qm ausbreiten können. Und für unseren Campingbus hätten wir keinen Parkplatz vor dem Haus. Aber man kann fußläufig, nur über die Straße, zum Einkaufen und zur Sparkasse.

Die Vermieter wollten uns allerdings dann irgendwie nicht. Vielleicht wollten sie sich nicht darauf einlassen, weil meine Eltern ja nun schon ziemlich alt sind (damals 87 und 92 Jahre alt…) und irgendwann in naher Zukunft dort nicht mehr wohnen können oder werden. Dann ist das Haus, weil es ja keine wirklich abgeschlossenen Wohnungen sind, auch wieder schwerer zu vermieten, wenn wir dann nicht allein in allen 180 qm wohnen bleiben wollen.

Das war uns dann auch ganz recht, denn so toll fanden wir die Situation, mit meinen Eltern zusammen unter einem Dach, nun auch nicht. Da hatte einfach das Schicksal entschieden.

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