Unterkapitel 3

Unterkapitel 3

Am Samstag, den 22.1. brachte Eddas Mann Roland am frühen Morgen Edda zu uns nach Ostfriesland und nach einem Frühstück sind Edda und ich mit meinem PKW nach Schleswig Holstein. „Hoffentlich kommt ihr noch rechtzeitig“, hatte Claus gesagt, als wir losfuhren.

Es war eisig, nebelig und schlecht zu Fahren. Die LKW donnerten auf der Überholspur an uns vorbei, als ob es nicht glatt wäre. Gut, dass wir uns unterhalten konnten, denn alleine bei dieser Fahrt, da kommen einem doch so viele und schlechte Gedanken.

Ich bin als Jüngste mit 3 weiteren Geschwistern am Niederrhein aufgewachsen. Wir wohnten in einer Werkswohnung, denn mein Vater war der Meister hier.

Meine Schwester Edda und ich waren eineinhalb Jahre nacheinander geboren und bildeten eine Einheit. Dann hatten wir noch eine ältere Schwester, Inga und einen älteren Bruder, Hannes. Die beiden hätten vom Alter her auch eine Einheit sein können, aber Inga fühlte sich schon immer zur Kindergärtnerin berufen und übte schon in jungen Jahren an uns Geschwistern. Auch an Hannes.

Inga wurde schwanger und hatte geheiratet, auch Hannes wohnte nicht mehr mit uns.

Leider bekam Inga einen Gehirntumor und starb daran, noch ehe sie 30 Jahre alt werden konnte. Ihr Sohn Jörn war damals 6 Jahre alt.

Wenige Jahre danach bekam Hannes epileptische Anfälle und die Untersuchung ergab, dass auch er einen Gehirntumor hatte und schließlich auch daran verstorben ist. Unsere Eltern haben in dieser Zeit ziemlich viel verkraften müssen.

Nachdem Hannes gestorben war, ging Vaddi in Rente. Sie wollten und mussten ja aus der Werkswohnung ausziehen und suchten in Schleswig Holstein nach einer neuen Bleibe. Fast jeden Urlaub hatten sie mit ihrem VW Campingbus im Norden verbracht.

Sie fanden in einem kleinen Ort ein kleines Haus zur Miete. Mit einem großen Garten, in das sie einen älteren kleinen Wohnwagen als Gästezimmer aufstellten, weil das Haus für Gäste zu klein war. Das Haus hatte nur 3 Zimmer, wobei das 3. Zimmer winzig, dafür aber das Bad und der Flur ziemlich groß waren. So im Verhältnis.

Sie waren, wie wir auch, in Norddeutschland geboren. 1954 zogen sie mit uns an den Niederrhein. Und nach dem Renteneintritt zogen sie in dieses Haus, in das sie sich sofort verliebten.

Also in Haus und Garten, weil sie ja noch ‚jung genug‘ waren und voller Tatendrang, hier für sie ihr eigenes Schmuckstück zu verwirklichen. Und das ist ihnen wirklich gelungen.

Die Wohnung haben sie nach ihrem Geschmack eingerichtet, beim Einzug waren nur verschlissene Tapeten und kein ordentlicher Fußbodenbelag vorhanden.

Der Garten wurde nach vielen Jahren wunderschön. Muddi und Vaddi machten fast alles selber und allein. Verschiedene Gartenhäuser und ein großes Carport wurden aufgestellt, damit ihr VW Campingbus unter Dach stehen konnte.

Als Vaddi einen Teich angelegt hatte, bohrte er ewig im Garten nach Grundwasser. Alles sah sehr professionell aus, sein Bohrer und seine Erklärungen dazu. Als er nach Wochen fündig wurde, sprudelte das Wasser aus dem Boden. Vaddi war immer sehr erfindungsreich. Er leitete nun das Wasser in seinen Teich und erklärte allen „ Quellensteuer muss ich dafür nicht bezahlen.“

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